Die ideelle Gralsbewegung

Betrachtet man allgemein bekannte Bewegungen, wie die Friedens-, Naturschutz- oder Menschenrechtsbewegung, so hat jede ein ideelles, den Menschen und die Gesellschaft förderndes Ziel.

Im Hinblick auf die ideelle Gralsbewegung könnte dieses Ziel als „Befreiung des Geistes“ bezeichnet werden.

Die Gralsbotschaft spricht zum Einzelmenschen, ganz gleich in welchem irdischen Umfeld er sich befindet. Ziel ist es, seinen Geist zu mehr Bewegung zu veranlassen, damit er auf seinem individuellen Weg zur geistigen Reife weiter vorankommt. Diese drückt sich z.B. aus in:

  • mehr Eigenständigkeit,
  • verstärktem Verantwortungsbewusstsein,
  • geistiger Wachsamkeit,
  • innerer Harmonie und Idealstreben in allen Bereichen des Lebens

Auch wird die geistige Reife die Hinwendung des Menschen zu den Fragen nach der Existenz und dem Wirken Gottes, dem Schöpfer alles Seins, maßgebend stärken.
Zu der Art dieser Hinwendung sagt Abd-ru-shin:

***

„Die Gläubigen! Ihr alle, die Ihr Euch zu Gottgläubigen zählt, prüft Euch einmal, ob Euer Glaube, den Ihr in Euch tragt, wirklich der rechte ist! Ich meine damit nicht, in welcher Form Ihr glaubt, ob nun als Katholik oder als Protestant, ob als Buddhist oder Mohammedaner oder in irgendeiner Form, ich meine Eure Art zu glauben, inwieweit diese lebendig ist!
Denn Gott ist Gott! Und wie Ihr Ihm Euch naht in Eurem Inneren, das ganz allein ist für die Stärke und die Echtheit Eures Glaubens maßgebend!“

(Vortrag: Das Gotterkennen)

***

Bezüglich der Art und Weise der Gottanbetung empfiehlt Abd-ru-shin dem Menschen, innerlich lebendig zu werden und seinem Empfinden zu folgen. Ein Buddhist mag sich weiter nach Erleuchtung sehnen, ein Christ innig das Vaterunser in seiner Kirche beten und der Naturfreund in der Schönheit der Natur Erhebung in den Bereich des Transzendenten suchen.

Durch das aus der Gralsbotschaft aufgenommene Wissen wird sich die Sehnsucht des Einzelmenschen bewusster, kraftvoller und zielstrebiger zu dem geistigen Bereich der Schöpfung hin orientieren. Damit können starre dogmatische Bande seines gewohnten irdischen Glaubens erkannt und mehr und mehr abgelegt werden. Neue Erkenntnisse können Stärkung bringen, die einem kraftvollen geistigen Aufschwung gleichkommt und die geistige Befreiung fortschreiten lässt.

***

Den Vorstellungen Abd-ru-shins folgend hätte die Gralsbotschaft eine viel weitergehende Verbreitung unter den Völkern der Erde finden können als heute – ganz schlicht und natürlich durch die Vorbildwirkung der Leser, die das Wissen aus der Gralsbotschaft bereits zur geistigen Befreiung nutzen.

Zu einer solchen Entwicklung bedarf es keiner in irdischen Vereinen etablierten „Gralsbewegungen“. Der Weg zur geistigen Befreiung ist dem Einzelmenschen in der Gralsbotschaft gegeben, alles Weitere liegt nur an ihm selbst.

***

In vielen Dingen spricht Abd-ru-shin eine weitaus umfassendere als die irdisch übliche Sichtweise an. So auch bei dem Begriff der Kirchen und anderen weltanschaulichen Vereinigungen.

***

Verbindungen mit den Vereinigungen, Sekten, Kirchen kommen niemals in Betracht, sie sind von Gott auch nicht gekannt; denn unter Tempel Gottes, Kirche, Dom ist etwas anderes, weit Größeres gemeint als eine Organisation auf Erden!

(Abd-ru-shins Fragenbeantwortungen Nr. 65)

***

So umfasst auch die ideelle Gralsbewegung weit mehr
als die heutigen Vereine gleichen Namens.

***